Der »Übergangspräsident« des Putschregimes in
Honduras, Roberto Micheletti, habe eine Diktatur im Stile des 1979
durch die Sandinisten vertriebenen nicaraguanischen Diktators
Somoza errichtet, sagte in dieser Woche der rechtmäßige
Präsident des zentralamerikanischen Landes, Manuel Zelaya, der
seit mehr als drei Monaten in der brasilianischen Botschaft in
Tegucigalpa ausharrt. Ein halbes Jahr nach dem Staatsstreich und
einen Monat nach der unter Kontrolle des Regimes
durchgeführten Wahlfarce ist eine Rückkehr zur Demokratie
in Honduras weiterhin nicht absehbar. Für das zweite Halbjahr
2009 verzeichnet die Menschenrechtsorganisation COFADEH mindestens
4234 Menschenrechtsverletzungen, darunter Morde und Mordversuche,
Mißhandlungen, Einschüchterungsversuche,
Entführungen und willkürliche Razzien. Nun
verschärfen Polizei und Militär ihr Vorgehen gegen
unabhängige Journalisten des Landes.