Spaniens umstrittener Starrichter Baltasar Garzón sieht
schlechten Zeiten entgegen: Ihm droht die Suspendierung vom Amt des
Ermittlungsrichters an der Audiencia Nacional, dem Madrider
Sondergericht für Terror- und Drogendelikte. Das wäre das
Ende einer Karriere, die sich ohne die Unterstützung aus der
Politik und ohne Garzóns Geltungsdrang nicht erklären
ließe. Aber der Richter steht jetzt allein auf weiter Flur.
Für die Regierung Zapatero ist er ein politisches Risiko; die
postfranquistische Volkspartei (PP) will Garzón zu Fall
bringen, weil er ihr Korruptionssystem aufgedeckt hat. Und beiden
Seiten hat der Richter die nötige Munition für seinen
Abschuß geliefert, indem er sich handwerkliche Fehler
geleistet hat, die sich nur durch Unvermögen oder
Narzißmus erklären lassen.