Ein am Montag in Washington veröffentlichter Bericht des
Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats
läßt kein gutes Haar an den antikubanischen
Propagandasendern der eigenen Regierung. Das Radio- und
Fernsehprogramm, das von den Betreibern auf den Namen des
kubanischen Nationalhelden José Martí getauft wurde
und Washington sich in den letzten 25 Jahren mehr als eine halbe
Milliarde US-Dollar kosten ließ, stößt mit seinen
Sendungen in spanischer Sprache auf der Karibikinsel bis heute auf
taube Ohren, konstatiert der Ausschuß. »Radio und TV
Martí ist es nicht gelungen, erkennbare Spuren in der
kubanischen Gesellschaft zu hinterlassen oder die kubanische
Regierung zu beeinflussen«, heißt es in der
Untersuchung. So würden sich keine zwei Prozent aller Kubaner
das auf Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlte 24stündige
Radioprogramm anhören. Noch schlechter sei es um die Resonanz
auf die viereinhalb Stunden laufenden Sendungen von TV Martí
bestellt. Dem 15seitigen Bericht des Senatsausschusses zufolge hat
Kuba selbst, was die Qualität seiner Fernsehprogramme angeht,
enorme Fortschritte gemacht. Dem eigenen Personal wirft die Studie
hingegen vor, »substanzlose Berichte aus Kuba als
seriöse Nachrichten zu verbreiten« und sich einer
»beleidigenden und aufwieglerischen Sprache« zu
bedienen. Bemängelt wird ferner, daß Vorwürfe der
Vetternwirtschaft und gesetzwidriger Verhaltensweisen
fortbestünden.