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May 11 2010

uebel

Die Vereinigten Staaten und China sind wirtschaftlich so aufeinander ­angewiesen, daß beide einen ernsthaften Konflikt vermeiden müßten

Viel Lärm um nichts – so könnte man auf den ersten Blick die japanischen Proteste gegen Chinas jüngstes Flottenmanöver im Ostchinesischen Meer kommentieren. Acht chinesische Zerstörer und zwei U-Boote hatten um den 11. April herum die internationalen Gewässer zwischen Okinawa und der Miyako-Inselgruppe durchfahren. Damit gelangten sie in den Pazifik, wo sie sich dem von Japan beanspruchten Okinotori-Atoll näherten. Angeblich war es das bisher größte chinesische Flottenmanöver in diesem Raum.

Von der südlichsten japanischen Insel Kiuschu aus erstreckt sich fast bis nach Taiwan ein Riegel kleiner Inseln und Inselgruppen, die alle ebenfalls zu Japan gehören. Das Ende dieses Inselgürtels ist nur 125 Kilometer von Taiwan entfernt. Mit dem Flottenmanöver unterstrich China seinen Anspruch und sein strategisches Ziel, auch außerhalb dieser sogenannten »ersten Inselkette« zu agieren. Diese Kette setzt sich nach Süden bis zu den Philippinen fort. Die »zweite Inselkette« schließt nach dem Verständnis chinesischer Militärs und Politiker Indonesien, Australien und die Insel Guam ein, auf der sich ein gigantischer Stützpunkt der USA befindet. Dieser ist von zentraler Bedeutung für die aktuell geführten Kriege in der Region (Irak und Afghanistan), ebenso für die geplante und vorbereitete Aggression gegen Iran. Das längerfristige Ziel der chinesischen Marine ist es, die Aktionsfähigkeit innerhalb der »zweiten Inselkette« zu erreichen.
Tags: USA China
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