Eile ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber, besonders dann, wenn
eine wirtschaftliche Notlage aufs Tempo drückt und das
politische Handeln diktiert. In dieser Situation befinden sich
Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero und
seine Sozialistische Spanische Arbeiterpartei (PSOE). Am Mittwoch
will der Sozialdemokrat die Arbeitsmarktreform präsentieren,
»mit oder ohne Zustimmung« von Unternehmerschaft oder
Gewerkschaften, weil die Finanzmärkte die Regierung
gehörig unter Druck setzen. Daher will auch Brüssel, wo
am 17. Juni die Staats- und Regierungschefs der EU letztmalig unter
spanischer Ägide zusammenkommen werden, Resultate sehen.
Zapateros Sparpaket fand zwar die Zustimmung der EU, aber eine
Einschätzung über die wirtschaftliche Zukunft Spaniens
macht die Kommission von der Arbeitsmarktreform
abhängig.