Rund 30 Millionen wahlberechtigte Kolumbianer sind am Sonntag
aufgerufen, in einer Stichwahl über den nächsten
Präsidenten des südamerikanischen Landes zu entscheiden.
Nachdem der bisherige Staatschef Álvaro Uribe bei seinem
verfassungswidrigen Versuch, sich eine erneute Wiederwahl zu
ermöglichen, vom Obersten Gerichtshof ausgebremst worden war,
ging für die Regierungspartei »de la U« der
frühere Verteidigungsminister Juan Manuel Santos ins Rennen.
Er war politisch verantwortlich für die »Operation
Phoenix« am 1. März 2008, als kolumbianische Truppen in
das Hoheitsgebiet Ecuadors eindrangen und ein Lager der
FARC-Guerilla angriffen. Dabei wurde unter anderem der Sprecher der
Organisation, Raúl Reyes, ermordet. Ecuador brach nach dem
Überfall die Beziehungen zu Kolumbien ab und erließ
Haftbefehl gegen Santos. Bei der ersten Wahlrunde am 30. Mai bekam
Santos 46,67Prozent der abgegebenen Stimmen und verfehlte somit nur
relativ knapp die absolute Mehrheit, durch die er sich die zweite
Abstimmung gespart hätte.