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July 24 2010

uebel

China will Streikrecht einführen

In der südchinesischen Provinz Guangdong wird derzeit ein Gesetzentwurf geprüft, durch den zum ersten Mal in der Geschichte Chinas Regeln für Arbeiterkämpfe und  Lohnverhandlungen festgesetzt werden sollen. Der Entwurf sei eine Antwort auf eine  Reihe von Streiks und Selbstmorden von Arbeitern in der Region, berichtet die Tageszeitung »Shanghai Daily«.

Der Gesetzentwurf trägt den Titel »Regulierung des demokratischen Managements der Firmen in Guangdong« und soll einen rechtlich verbindlichen Mechanismus für Lohnverhandlungen zu schaffen. So sollen die Gewerkschaften Lohnverhandlungen zwischen ausgewählten Vertretern der Arbeiter und der Unternehmen organisieren, sobald mehr als ein Fünftel der Beschäftigten eine Lohnerhöhung fordert. Sollte sich der Unternehmer weigern, Lohnverhandlungen durchzuführen, dürfen die Arbeiter ihre Arbeit niederlegen und der Arbeitgeber kann sie deswegen nicht entlassen.
Tags: China Streik

July 06 2010

uebel

Der Dalai Lama wird 75, eine gute Gelegenheit für propagandistische Tiraden gegen die Volksrepublik China

Am heutigen Dienstag feiert »Seine Heiligkeit« der 14. Dalai Lama, Tendzin Gyatsho, seinen 75. Geburtstag. Die hiesige Qualitätsjournaille, von Bild bis Spiegel, wird ihm den gewohnten Ehrerbietungsstrauß flechten aus schwiemeliger Hofberichterstattung und propagandistischen Breitseiten gegen China, die einschlägig Verdächtigen aus Politik und TV-Unterhaltung, von Roland Koch bis Marcus Lanz, werden ihm artig ihr Sprüchlein aufsagen. Und selbst Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird, ungeachtet der Schwulenfeindlichkeit des »Führers vom Dache der Welt«, seine Reverenz erweisen.

June 28 2010

uebel

Chinas Arbeiter werden zunehmend selbstbewußter. Dank Streiks und großer Nachfrage steigen Löhne deutlich. Peking ist das recht

Chinas Vuvuzela-Hersteller haben ein Problem: 50 Millionen dieser nervenden Plastiktröten haben sie in den letzten Monaten exportiert. Aber die Konkurrenz sitzt ihnen im Nacken. Um überhaupt noch jemanden zu finden, der die schweißtreibende Arbeit der Fertigung dieses Exportschlagers auf sich nehmen will, müssen sie die Löhen erhöhen, klagen sie der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Plastikhörner sind ein Beispiel dafür, daß massenhafter Export von Billigwaren nicht immer von Vorteil für das Ausfuhrland sein muß. Sieht man von den Umwelt- und Energieproblemen ab, die sich das Herstellerland aufhalst, bleibt auch relativ wenig Gewinn in der Kasse: Wu Yijun von der Wu Jiying Plastic Product Corporation aus Ninghai südlich von Schanghai klagt gegenüber Xinhua, daß er von den Händlern nur 24 Euro-Cent für eine Vuvuzela bekommt. Sein Gewinn liege bei 0,1 Yuan also 1,2 Cent. In Südafrika würden die Lärminstrumente hingegen für 60 Rand (6,43 Euro) verkauft.
Tags: China
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May 11 2010

uebel

Die Vereinigten Staaten und China sind wirtschaftlich so aufeinander ­angewiesen, daß beide einen ernsthaften Konflikt vermeiden müßten

Viel Lärm um nichts – so könnte man auf den ersten Blick die japanischen Proteste gegen Chinas jüngstes Flottenmanöver im Ostchinesischen Meer kommentieren. Acht chinesische Zerstörer und zwei U-Boote hatten um den 11. April herum die internationalen Gewässer zwischen Okinawa und der Miyako-Inselgruppe durchfahren. Damit gelangten sie in den Pazifik, wo sie sich dem von Japan beanspruchten Okinotori-Atoll näherten. Angeblich war es das bisher größte chinesische Flottenmanöver in diesem Raum.

Von der südlichsten japanischen Insel Kiuschu aus erstreckt sich fast bis nach Taiwan ein Riegel kleiner Inseln und Inselgruppen, die alle ebenfalls zu Japan gehören. Das Ende dieses Inselgürtels ist nur 125 Kilometer von Taiwan entfernt. Mit dem Flottenmanöver unterstrich China seinen Anspruch und sein strategisches Ziel, auch außerhalb dieser sogenannten »ersten Inselkette« zu agieren. Diese Kette setzt sich nach Süden bis zu den Philippinen fort. Die »zweite Inselkette« schließt nach dem Verständnis chinesischer Militärs und Politiker Indonesien, Australien und die Insel Guam ein, auf der sich ein gigantischer Stützpunkt der USA befindet. Dieser ist von zentraler Bedeutung für die aktuell geführten Kriege in der Region (Irak und Afghanistan), ebenso für die geplante und vorbereitete Aggression gegen Iran. Das längerfristige Ziel der chinesischen Marine ist es, die Aktionsfähigkeit innerhalb der »zweiten Inselkette« zu erreichen.
Tags: USA China
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March 25 2010

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Chinas Medienoffensive: Neue Konkurrenz für CNN & Co. aus dem Land der Mitte

Wie sehr die Welt inzwischen zum Dorf geworden ist, lässt sich nicht nur am Welthandel, an den wachsenden wechselseitigen ökonomischen Abhängigkeiten, am Internet oder am wachsenden internationalen Verkehr ablesen. Die Medienwelt spiegelt das Zusammenwachsen wider, auch wenn es sich dort vor allem als die Konkurrenz verschiedener nationaler Projekte auf einem internationalen Markt abspielt (an wirklich internationalen Medien herrscht hingegen immer noch ein eklatanter Mangel).
Tags: China
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March 06 2010

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China, Iran und das Sanktionsmärchen

Der vor wenigen Tagen veröffentliche Iran-Bericht des neuen IAEA-Direktors Yukiya Amano ist Wasser auf den Mühlen der Hardliner in Washington, Paris und London. Schlägt der Japaner doch deutlich misstrauischere Töne gegenüber Teherans nuklearen Ambitionen an und äußert an den nicht-militärischen Absichten der iranischen Machthaber implizit Zweifel. Härtere Sanktionen, die bereits seit Wochen diskutiert werden, werden jedoch von der Volksrepublik China nun abgefedert und stark entschärft. Ein Grund zur Empörung?
Tags: China Iran

March 04 2010

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Tolle Sache: Die Chinesen machen sich ihr eigenes Wetter

China will in Zukunft verstärkt das Wettergeschehen beeinflussen, berichtet die Zeitung "China Daily". Mit dem "Wolkenimpfen" sollen Dürren und deren Folgen für die Landwirtschaft abgemildert werden.
Tags: China

February 26 2010

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Chinesischen Unternehmen gehen die billigen Arbeitskräfte aus

Die Exportindustrie in Chinas Küstenprovinzen Guangdong (in der Nachbarschaft von Hongkong) und Zheijiang (südlich von Shanghai) hat ein Problem, das sich bereits seit längerem angekündigt hat, aber für europäische Ohren dennoch ganz ungewöhnlich klingt: Arbeitskräftemangel. Nach dem gerade zuende gegangenen chinesischen Neujahrsfest fällt es vielen Unternehmen im Herzland der chinesischen Exportindustrie schwer, genug Arbeiter zu finden. Das geht aus einem Bericht der KP-Zeitung Global Times hervor.
Tags: China

January 11 2010

uebel

2000 MW für China: Volksrepublik will jetzt auch bei Solarkraftwerken klotzen

<!--googleon: index--> Die US-Firma eSolar wird nach einem Bericht der Bismarck Tribune Anlagen für mehrere solarthermische Kraftwerke nach China verkaufen. In einem solchen Kraftwerk wird die Sonnenenergie mit Spiegeln konzentriert, sodass ein Medium erhitzt wird. Das kann ein spezielles Öl oder auch ein flüssiges Salz sein. Die Spiegel sind entweder Parabolrinnen, wie sie in der kalifornischen Mojave Wüste schon seit den 19080er Jahren zur Anwendung kommen. Oder es werden Dutzende von nachführbaren planen Spiegeln verwendet, die einen gemeinsamen Brennpunkt haben, der sich meist auf einem speziellen Turm befindet. eSolar betreibt in Kalifornien die erste entsprechende Anlage der USA. In Spanien stehen ähnliche Anlagen bereits seit längerem.

January 08 2010

uebel

Das Great Game ist entschieden

Das neue Jahr beginnt mit einem geostrategischen Paukenschlag, der in Europa allerdings bestenfalls als Randnotiz wahrgenommen wird. Das überrascht nicht, schließlich gehört die EU zu den großen Verlieren der jüngsten Entwicklungen in Zentralasien. Binnen dreier Wochen entschied sich das “Great Game” um die Energiereserven rund um Kaspische Meer. China ist der große Gewinner, Russland gewinnt an Bedeutung, verliert aber die Kontrolle über die ehemaligen Sowjetrepubliken der Region, Iran entwickelt sich zum ernsthaften geostrategischen Akteur und die EU und die USA schauen in die Röhre. Die Karten sind neu gemischt und die neue Konstellation wird vor allem Deutschland noch Kopfschmerzen bereiten.

January 03 2010

uebel

Chinas Windenergieboom ist ungebrochen und führt inzwischen zu Lieferengpässen

<!--googleon: index--> Erst im August hatten chinesische Unternehmen am Rande der Wüste Gobi nahe der Stadt Jiuquan mit dem Bau eines gigantischen Windparks begonnen, und zu Weihnachten waren bereits Windräder mit einer Leistung von insgesamt 2.000 Megawatt (MW) errichtet. Damit ließen sich rund 1,8 Millionen deutscher Standardhaushalte versorgen. Die Nachrichtenagentur Xinhua schreibt, das der neue Windpark zu einer Reihe von sechs Mega-Vorhaben gehört. Bis 2015 sollen allein Jiuquan 12710 MW installiert sein. Die größte dieser "Windenergiebasen" soll im Westen der Inneren Mongolei entstehen und 30.000 MW umfassen, etwa soviel wie heute in den USA installiert sind und mehr, als in ganz Deutschland stehen.

December 28 2009

uebel

Ylmf OS: Chinesen klauen Windows XP und bauen es in Ubuntu nach

Microsoft hat ja schon seit Längerem die Faxen dicke und legt nun langsam aber sicher allen Raubkopierern die Daumenschrauben an. Der chinesische Markt stellt für die Redmonder eine besonders große Herausforderung dar, laut Analystenmeinung soll bei 80 Prozent aller Softwareverkäufe geklaute Ware im Spiel sein. Gerade die dubiose Software-Schmiede Ylmf ist für Microsoft kein Unbekannter in diesem Streit. Jahrelang hatte der Laden ungeniert illegale Kopien von Windows XP vertrieben, bei denen zuvor die Autorisierung ausgehebelt worden war. Vor etwa einem Jahr wurde Ylmf das Pflaster jedoch zu heiß: Die ebenfalls chinesischen Klon-Spezialisten von Tomato Garden wurden zu rund vier Jahren Gefängnis und Geldstrafen verknackt, weil sie auf die gleiche Art Windows XP im eigenen Namen verscherbelt hatten. So etwas schreckt ab.
Tags: China OS
uebel

Venezuela vertieft Zusammenarbeit mit anderen Schwellenländern.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat die venezolanische Regierung mit Minsk und Peking weitere Kooperationsabkommen geschlossen. Damit treibt Caracas die Diversifizierung seiner Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern außerhalb der kapitalistischen Zentren USA und Europa weiter voran.

Am vergangenen Dienstag ging das zweitätige Treffen der hochrangigen venezolanisch-chinesischen Regierungskommission zu Ende. Dabei wurden 29 Abkommen unterzeichnet, meldet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. In den vergangenen fünf Jahren war der Handel zwischen den Schwellenländern bereits von unter einer Milliarde US-Dollar auf zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr angewachsen.

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